Tagesschau Faktencheck checkt’s nicht

Viele Journalisten können Tatsachen und Meinungen nicht unterscheiden. Das thematisieren wir immer wieder hier im Blog, weil es immense Auswirkungen hat. Um ein Beispiel aus dem vielfältigen Versagen bei der Corona-Berichterstattung zu nennen (genauer eben: bei der Recherche): In vielen Beiträgen findet sich die Angabe, wieviele oder dass einzelne Menschen aufgrund ihrer schweren Covid-19-Erkrankung “beatmet…

Mehr Reflexion und Forschung zur Corona-Berichterstattung

War die zurückhaltende, kritiklose Berichterstattung über die politischen Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie journalismusethisch gerechtfertigt? Welche Nebenwirkungen hat die starke Fokussierung auf das eine Thema in allen Medien? Wie gut macht die journalistische Medienkritik derzeit ihren Job? Ein Gespräch mit dem Medienethiker Prof. Dr. Christian Schicha: “Kritik ist immer erlaubt und wichtig”

Meinungen sind nichts für Faktenchecker

Immer wieder haben Journalisten Probleme damit, Tatsachen und deren Bewertungen auseinanderzuhalten. Im derzeitigen Corona-Mainstream fallen da die Bemühungen auf, Aussagen von Wolfgang Wodarg zu widerlegen. Mit “Faktenchecks” wird dann bewiesen, dass Wodargs Skepsis gegenüber dem Corona-Pandemie-Betrieb wenig mit Wissenschaft zu tun hat oder gefährliche Falschinformation ist. Der vielfach in Artikeln zitierte Faktencheck von Correctiv schafft…

Lang lebe die Bedienungsanweisung

Das Internet ist voll mit veralteten (oder nie zutreffend gewesenen) Anleitungen. Beim Spiegel hat den letzten, unverständlicherweise gefeierten Relaunch zwar die Anleitung überlebt, wie man Seiten mit der Funktion “drucken”  drucken kann – allein die Funktion selbst ist ausgelauncht worden, die Standard-Druckfunktion des Browsers schneidet Textteile ab. Aber was wäre auch ein Relaunch oder Update,…

Vorsätzliche Unvollständigkeit

“Die am weitesten verbreitete Manipulation ist im Übrigen nicht das Hinzuerfinden, sondern das Weglassen.” Das sagte Brigitte Fehrle, Mitglied der Relotius-Untersuchungskommission des SPIEGEL, letztes Jahr in einem Interview (journalist 7/2019, S. 36-40) und bestätigt damit, was Watchblogs wohl seit Jahren dokumentieren. Eine Unvollständigkeit, die wir hier immer wieder anprangern müssen, ist das Fehlen von Updates….

Journalismus auf dem Mietendeckel

Das Berliner Abgeordnetenhaus hat den “Mietendeckel” beschlossen – und wie schon in den letzten Monaten der Diskussion um das Gesetz äußern sich viele journalistische Kommentatoren kritisch. Eine gute Gelegenheit, mal wieder genauer hinzuschauen auf die Argumentations-Qualität. Um das Ergebnis soll es möglichst wenig gehen (wenngleich meine eigene Position kein Geheimnis ist), sondern um die journalistische…

Polizeijournalismus gesucht

Der Berliner Tagesspiegel wirbt in seinem heutigen Newsletter folgendermaßen für einen Artikel: >>die Unfallmeldungen der Polizei klingen oft wie aus der Perspektive des verständnisvollen Beifahrers geschrieben: Der Autofahrer „konnte einen Zusammenstoß nicht mehr verhindern“, „nicht mehr rechtzeitig bremsen“, „nicht mehr ausweichen“. Die Radfahrerin oder der Fußgänger dagegen „wurde touchiert“, „erfasst“, „stürzte“ oder „kam unter den…

Autopsie: Die harsche Kritik an Relotius-Enthüller Juan Moreno

Die ZEIT hat mit einem kritischen Beitrag über das Buch “1000 Zeilen Lüge” von Juan Moreno die Relotius-Story neu auf die Tagesordnung gesetzt, der Medienjournalismus ist gut damit beschäftigt. Es geht um den hehren Anspruch des “Qualitätsjournalismus”, aufgehängt an verschiedenen Aspekten der “Richtigkeit”. Da bietet es sich an, den Ausgangsartikel selbst auf seine journalistische Akkuratesse hin zu untersuchen. Diese hier lose erscheinenden Autopsien sind als Fragestellung und Einladung zum Gespräch zu verstehen, nicht als Besserwisserei. Aus Gründen des Urheberrechts sind aus dem ZEIT-Artikel natürlich nur die notwendigen Passagen zitiert.

Alexander der große Verbrecher

Eine Stunde “was mit History” bei Deutschlandfunk Nova – und es war wie einst im Schulunterricht, wo die Heldentaten der großen Herrscher mit Jahreszahlen verbunden wurden. Die Sendung vom 11. Oktober feierte Alexander den Großen als großen “Feldherrn”. Man muss sicherlich nicht jeden Deppen bei jeder Erwähnung einen Deppen nennen, den Rechtsextremen nicht immer Nazi…

ZEIT-Artikel ein PR-Stück?

“Das vielleicht spannendste neue Projekt dieser Art in Österreich ist der Wohnrechtskonvent 2019”, schreibt Walter Osztovics in der Österreich-Ausgabe der ZEIT (34/2019). “Bürger an die Macht” heißt sein Stück, das verschiedene Bürgerkonsultationen in Europa kurz vorstellt. Neben dem spannenden Wohnrechtskonvent erwähnt der Autor noch eine prophetische “Arena Analyse 2019”, “eine Studie, die auf Expertenbefragungen beruht”…